Die SIG Group aus Neuhausen am Rheinfall ist weltweit eines der wichtigsten Unternehmen der Verpackungsindustrie. SIG positioniert sich hinter der nicht kotierten Tetra Pak klar als Nr. 2 und ist der einzige Systemanbieter weltweit, der Standbeutel, Kartonverpackungen und Bag-in-Box abdeckt. Das Unternehmen ist weltweit tätig und verfügt über Niederlassungen in Nord- und Südamerika, Europa, im Nahen Osten, Afrika sowie im asiatisch pazifischen Raum. Mit der neuen Produktionsanlage für aseptische Kartons in Indien wird die Präsenz in der letztgenannten Region weiter ausgebaut.
Widerstandsfähiges Geschäftsmodell
SIG hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie über ein widerstandsfähiges Geschäftsmodell verfügen. Das Unternehmen lieferte seit 2018 ein Umsatzwachstum, welches konstant über der angestrebten Bandbreite von 4 – 6 Prozent lag. Sowohl bei SIG als auch bei der 2022 akquirierten „Scholle IPN“ ist der Verkauf von Verpackungsmaschinen lediglich für 15 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Die restlichen 85 Prozent werden mit dem wiederkehrenden Verkauf von Materialien generiert, die der Kunde benötigt, um die Verpackungslösung herzustellen. Die langfristigen Lieferverträge und die Tatsache, dass auf den SIG-Maschinen nur Verbrauchsmaterial von SIG verwendet werden kann, macht die Kundenbeziehung sehr „sticky“. So liegt die durchschnittliche Dauer der Top-10-Kundenbeziehungen bei über 30 Jahren!
Langfristige Wachstumstreiber
SIG wird in den nächsten Jahren von langfristigen Wachstumstreibern profitieren, welche die Nachfrage nach funktionellen, kostengünstigen und vor allem auch nachhaltigen Verpackungen weiter antreiben wird. Diese Treiber sind:
- Bevölkerungswachstum und Urbanisierung
- Steigendes verfügbares Einkommen
- Stärkere Fokussierung auf Nachhaltigkeit von Lebensmittelproduzenten und Kunden
- Wachsende Nachfrage nach funktionellen Getränken (z.B. laktosefreie Milch, Proteindrinks)
Die Technologie von SIG gewährleistet, dass die Kunden die installierten Maschinen nutzen können, um nachhaltige Strukturen zu verarbeiten, weil die Maschinen sehr flexibel sind. Zum Beispiel haben die Neuhausener bereits heute Verpackungen ohne Aluminiumschicht oder aus 100 Prozent recyceltem Plastik im Angebot. Da sich die grossen Kunden wie Nestlé, Coca-Cola und Danone ambitionierten Nachhaltigkeitszielen verschrieben haben, trifft das Angebot auf eine steigende Nachfrage. So gewinnt SIG dank der flexibel anpassbaren Produktion laufend Marktanteile in allen Regionen.
Aktuelle Bewertung lockt zum Einstieg
Das starke Wachstum soll natürlich zu einer operativen Hebelwirkung führen. Zusammen mit Effizienzsteigerungen, der Optimierung der Produktionsstandorte und dem grösseren Beitrag von innovativen Produkten mit höheren Margen, soll die adj. EBITDA-Marge von rund 24 (2023) mittelfristig auf über 27 ansteigen.
Der Unternehmenswert liegt bei über CHF 10 Milliarden. Mit der derzeitigen Marktkapitalisierung von CHF 7.6 Milliarden ist die SIG-Aktie etwa 25 Prozent unterbewertet. Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 liegt mit 20 unter dem historischen Durchschnitt. Zudem wird aufgrund der stetig steigenden Ausschüttungen die Dividendenrendite von derzeit rund 2.5 Prozent zusehends zu einem weiteren Kaufargument. Trotz der schwachen Aktienkursentwicklung 2023 von minus vier Prozent bleibt SIG weiterhin unsere Kernanlage im Bereich der Verpackungsindustrie. Anlegern, bei denen die Aktie noch nicht im Portfolio liegt, bietet sich aktuell eine aussichtsreiche Gelegenheit zum Einstieg.
Quellen: Helvetische Bank, Bank Vontobel, Bloomberg, SIG Group