Aalberts N.V.: Dividendenpapier im Sonderangebot

29. Oktober 2023

Die Aalberts-Aktionäre gehen momentan zum Lachen in den Keller. Die Aktien des 1975 gegründeten Industriekonzerns haben dieses Jahr fast 20 Prozent nachgegeben. Die Stimmung in der Industrie ist aktuell nahezu so schlecht wie während der Pandemie. Viele Regionen stecken in der schwersten Industrierezession seit dem zweiten Weltkrieg. Trotz des anspruchsvollen Umfelds sind die Aalberts-Papiere mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 (der Fünf-Jahres-Durchschnitt liegt bei über 18) im historischen Vergleich deutlich unterbewertet.
Gute Positionierung in Wachstumsmärkten
Aalberts besteht aus zwei Divisionen: Gebäude- und Industrietechnik. Die Gebäudetechnik fokussiert sich auf Rohrleitungslösungen und auf Durchflussregeltechnik für Heizsysteme. Die Industrietechnik ist auf Beschichtung und Wärmebehandlung von Oberflächen sowie auf Subsysteme bzw. Komponenten für die Halbleiterindustrie spezialisiert.
Somit profitieren die Oranjes mit ihrem Produktportfolio von mehreren Megatrends wie Urbanisierung, Energieknappheit/Energieeffizienz und Digitalisierung.
Im Segment des energieeffizienten Bauens ist Aalberts aktuell aufgrund Verzögerungen bei Neubauprojekten mit Gegenwind (höhere Zinsen, umweltpolitische Themen) konfrontiert. Mittelfristig ist davon auszugehen, dass der Wind sich dreht, da die staatlichen Subventionen für umweltfreundliches Bauen weltweit wieder zunehmen werden.
Auch im Halbleiterbereich ist Aalberts gut positioniert. Die Lösungen der Niederländer helfen Chipausrüstern wie beispielsweise ASML Holding und Applied Materials deren Produkte in Sachen Funktionalität, Leistung und Energieeffizienz zu verbessern. Bis spätestens zum Frühjahr 2024 wird die Halbleiterindustrie die Talsohle hinter sich lassen und wieder zum Wachstumspfad zurückfinden.
Beeindruckende Dividendenhistorie
Aalberts schüttet 30 Prozent seines Nettogewinns vor Abschreibung in Form von Dividenden aus. Das Unternehmen war in der Lage, die Dividende mit einem 10-Jahres-CAGR (jährliche Wachstumsrate) von 12.2 Prozent zu steigern.

Aufgrund des zyklischen Charakters des Geschäftsmodells ist aber durchaus mit schwankenden Ausschüttungen zu rechnen. Sollten sich die Endmärkte wie erwartet im Verlaufe des nächsten Jahres erholen, ist wieder mit einem überdurchschnittlichen Dividendenwachstum zu rechnen.
Kurs enthält zu viel Pessimismus
Auch wenn die diesjährige Kursentwicklung wenig Anlass zur Freude gibt, ist Aalberts nach wie vor gut aufgestellt, um von etlichen Megatrends zu profitieren. Aus 3.2 Milliarden Euro Umsatz ist 2022 ein Betriebsgewinn (Ebita) von 500 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Die Kernmärkte beginnen sich zu erholen, Umsatz und Marge sollten verhalten steigen. Die Cashflow-Generierung ist gut, die Bilanz robust. Die Bewertung ist historisch und im Peervergleich niedrig. Der Kurs enthält (zu) viel Pessimismus. Sobald ein Licht am Konjunkturhorizont erkennbar ist, werden die Aktien des niederländischen Industriekonzerns überdurchschnittlich profitieren.

Quellen: Bloomberg, Aktienfinder.net. Finanz & Wirtschaft, Seeking Alpha

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