Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung, Elektrifizierung, Elektromobilität, Ausbau resp. Modernisierung der Infrastruktur sowie langfristig die Energiewende: Aufgrund dieser Trends könnte der Rohstoffmarkt vor einem neuen Aufwärtszyklus stehen. Vor allem Kupfer kommt praktisch überall zum Einsatz.
Verdoppelung der Kupfernachfrage
Im Durchschnitt enthält zum Beispiel ein Elektroauto dreimal so viel Kupfer (rund 80 kg) wie ein Fahrzeug mit einen Verbrennungsmotor. In (wenn auch ferner) Zukunft soll der Strom natürlich nicht mit Kohle, sondern aus Sonne und Wind gewonnen werden. Jedes Windrad enthält je nach Grösse 40 Tonnen oder mehr Kupfer; und weil es sehr gut Strom leitet, sind auch die Kabelverbindungen zum Transformator und zum Endkunden aus Kupfer. Laut «S&P Global» könnten im Jahr 2035 weltweit rund 50 Millionen Tonnen Kupfer benötigt werden. Gegenüber 2023 entspräche dies mehr als einer Verdoppelung in Bezug auf die aktuelle Minenproduktion von 22 Millionen Tonnen.
Angebot kann nicht mithalten
Im Moment ist davon auszugehen, dass das Angebot nicht mit der Nachfrage mithalten kann. Selbst im Idealfall wird man die Minenproduktion bis 2035 nur um etwa fünf oder sechs Millionen Tonnen steigern können. Insgesamt schwinden die Abbaukapazitäten in den vorhandenen Kupferminen. Dieser Trend ist am Beispiel von Chile, einer der weltweit grössten Kupferproduzenten, gut erkennbar. Seit Jahren entwickelt sich dort der Kupferabbau rückläufig, weil der Kupfergehalt in den vorhandenen Minen weniger wird. Es wird immer noch im grossen Stil abgebaut, aber das herausgebrochene Gestein ist immer weniger ergiebig. Hinzu kommt, dass es aus regulatorischen Gründen schwieriger wird, neue Minen zu erschliessen. Auch die Steigerung des Recyclings um rund zehn Prozent pro Jahr wird kaum Abhilfe schaffen. Selbst wenn das Recycling-Wachstum so weitergeht und 2035 etwa zehn Millionen recyceltes Kupfer zur Verfügung stehen würde, bliebe am Ende immer noch ein Defizit.
Regelung des Ungleichgewichtes über den Preis
Die Konsequenz: Der Kupferpreis wird steigen. Goldman Sachs rechnet in den kommenden Jahren mit einem Preisanstieg von rund 50 Prozent. Andere Experten sind weitaus optimistischer und sprechen von einer Verdoppelung des Kupferpreises in den nächsten drei bis fünf Jahren. Um an der positiven Preisentwicklung zu partizipieren, empfiehlt sich ein physisches Engagement einzugehen und nicht auf Aktien der Minenindustrie zu setzen, da staatliche Restriktionen und steigende Kosten pro geförderte Tonne die Unternehmen ausbremsen.
Anleger können an den steigenden Kupfernotieren am besten über einen ETC (Exchange Traded Commodity) partizipieren. ETCs ähneln ETFs, sind jedoch auf den Handel mit Rohstoffen spezialisiert. Der «WisdomTree Copper» ETC (ISIN: GB00B15KXQ89) bildet den Gesamtertrag des «Bloomberg Copper Subindex Total Return» nach und bietet somit eine günstige Gelegenheit (Kostenquote 0.49% p.a.) zur Partizipation am Kupferpreis. Da der Preis des roten Metalls sehr volatil sein kann, empfiehlt sich ein langfristiges Engagement. Der Anteil am gesamten Anlagevermögen sollte jedoch nicht höher als drei Prozent sein.
Quellen: Bloomberg, Handelszeitung, NZZ