Der niederländische Halbleiterzulieferer ASML Holding ist einer der grössten Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion. Das ASML-Lithographiesystem setzt dabei auf die EUV-Technik (ultraviolettes Licht). Diese Technologie hilft den Herstellern ihre Chips noch kleiner, effizienter und leistungsstärker zu gestalten.
Ohne ASML geht (fast) nichts
Vier von fünf Chipherstellern weltweit sind Kunden der Niederländer, deren globaler Marktanteil bei rund 65 Prozent liegt. Durch die deutliche Akzentuierung der Digitalisierung resp. Vernetzung vieler Bereiche des täglichen Lebens kann das Angebot nicht immer mit der Nachfrage mithalten. Heute werden praktisch überall Halbleiter benötigt. ASML ist also der Dreh- und Angelpunkt der gesamten digitalen Wirtschaft, da sie die Halbleiterindustrie antreibt, die wiederum die Grundlage für alles andere bildet.
Nachfrage bleibt hoch
Die USA haben Anfang Oktober Exportbeschränkungen für die chinesische Chipindustrie verhängt. Das US-Handelsministerium ist mit der Bitte an die niederländische Regierung herangetreten, Lithographiesysteme von ASML nicht mehr an Peking zu liefern. Der Konzern hat im Vorjahr rund 15 Prozent seines Umsatzes im Reich der Mitte erwirtschaftet. ASML-CFO Roger Dassen erklärte allerdings, dass die Nachfrage ausserhalb Chinas so gross sei, dass sein Unternehmen einen Absatzrückgang innerhalb Chinas ausgleichen könnte.
Die Chiphersteller müssen aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung in den nächsten zehn Jahren hunderte Milliarden US-Dollar in neue, effizientere Fertigungsanlagen investieren, was die Nachfrage nach den ASML-Systemen hochhalten oder gar akzentuieren wird.
Kernanlage
Im dritten Quartal 2022 hat ASML einen Umsatz von 5.78 Milliarden Euro bei einem Reingewinn von 1.7 Milliarden Euro ausgewiesen. Für das vierte Quartal erwarten die Niederländer einen Umsatz von rund 6.5 Milliarden Euro. „Wir beginnen eine unterschiedliche Nachfragedynamik in den einzelnen Marktsegmenten zu beobachten, aber die Nachfrage nach unseren Systemen ist insgesamt weiterhin stark“, sagte ASML-CEO Peter Wennink.
Auch wenn der Markt durch eine Reihe globaler makroökonomischer Herausforderungen wie Inflation, tiefes Verbrauchervertrauen und das Risiko einer Rezession verunsichert ist, gilt es für langfristige Anleger den Kurseinbruch (EUR 454, minus 36 % YTD) für den Einstieg zu nutzen. Die Aktie sollte als Kernanlage im Portfolio gehalten werden.
Quellen: ASML Holding, finanzen.net